Heute im Osten – Nachbar Polen, was ist los? Winterreise durch ein gespaltenes Land

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Der Regierungswechsel hin zur konservativen PiS-Partei in Polen hat dem Land international Schlagzeilen beschert. Die Reaktionen in Europas Hauptstädten auf die Veränderungen im Land – Eingriffe u.a. in das Verfassungsgericht und in den öffentlichrechtlichen Rundfunk – waren scharf, bisweilen überspitzt. Die Retourkutsche aus Warschau ließ nicht lange auf sich warten. Antideutsche und antieuropäische Töne waren kaum zu überhören. Was ist los bei unserem Nachbarn?

Um Antworten auf diese Frage zu erhalten, reisen MDR Reporter durchs Land. Es geht von Karpacz über Opole, Danzig, Warschau bis nach Wysokie Mazowieckie im strukturschwachen Osten des Landes, wo die Zustimmung zu ultrakonservativen bis hin zu nationalistischen Positionen besonders hoch ist. Wie bestimmen die politischen Veränderungen den Alltag der Menschen? Schon längst wird die Frage, wie man zu PiS-Partei steht zur Belastungsprobe für Familien und Freundschaften. Wir wollen wissen, ob die Entwicklung auch Brücken, die in den vergangenen 25 Jahren zu den deutschen Nachbarn entstanden sind, belasten. Wie wirkt sich der Kurs der neuen Regierung auf die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland in Wirtschaft, Kultur und in privaten Beziehungen aus? Wie denkt die deutsche Minderheit in Schlesien darüber? Und: Wie wird in den gerade bei Ostdeutschen beliebten Urlaubsregionen des Riesengebirges über das „neue Polen“ diskutiert?

Der Film fragt in der Alltagswirklichkeit der Menschen nach, zeigt die Entwicklung seit der Wendezeit, und wie Brüche in Polens Weg seit 1989 auch heute eine entscheidende Rolle spielen. Wie sich beispielsweise trotz der stellenweise rasanten wirtschaftlichen Entwicklung weite Teile Polens benachteiligt und abgehängt sehen.