Exakt die Story – Reparatur? Lohnt nicht!

MDR | 27.02.2013 | 30 Min.

Halten die Dinge heutzutage gerade einmal die Garantiezeit durch und gehen dann kaputt? Sollbruchstelle heißt sowas im Fachjargon oder anders: was lange hält – das bringt kein Geld.

 

 

Ein Film von Ben Arnold

Peter Bärthel ist wütend. Vor etwas mehr als zwei Jahren hat er sich einen DVD-Recorder gekauft, für knapp 180 Euro. Nun ist das Gerät kaputt. Die Garantiezeit ist gerade abgelaufen. Peter Bärthel bleibt nichts anderes übrig, als das Gerät auf eigene Kosten reparieren zu lassen. In der Service-Werkstatt dann die Ernüchterung: eine Reparatur wäre annährend so teuer wie ein Neugerät. Peter Bärthel lässt den DVD-Recorder verschrotten. Reparatur? – Lohnt nicht!

Nur warum gehen teure Geräte kurz nach Ablauf der Garantie kaputt und wie wird die Reparatur verhindert? Im Testinstitut für elektronische Bauteile werden Elektrogeräte auf Schwachstellen überprüft. Das Ergebnis ist erschreckend. Immer öfter finden die Mitarbeiter des Testhauses Bauteile, die so konstruiert sind, dass sie zwangsläufig kaputt gehen müssen. Solche geplanten Sollbruchstellen sind der Grund für die Kurzlebigkeit der Gebrauchsgeräte. Das ist die Meinung von Edbill Grote, Chef des Testhauses in Bernsheim. Grote glaubt, dass die Lebensdauer technischer Geräte künstlich verkürzt wird.

Technisch wäre es jedoch ohne Weiteres möglich, langlebige Geräte zu entwickeln, sagt Dietmar Göttsmann. Er ärgert sich darüber, dass auf Neugeräte kein Verlass mehr ist. Ihm ist ein Gefrierschrank kaputt gegangen. Zum Glück hat er noch einen alten Kühlschrank aus DDR-Zeiten. Der läuft ohne Panne seit mehr als 20 Jahren. Tatsächlich wurde in der DDR auf Langlebigkeit von Küchen- und Elektrogeräten besonderer Wert gelegt. „Exakt – Die Story“ will Genaueres wissen und trifft sich mit Ingenieuren aus der DDR-Kühlschrankproduktion in Scharfenstein. Hier erfährt das Fernsehteam, dass die Zuverlässigkeit der Geräte sogar gesetzlich vorgeschrieben wurde.

Wird heute statt Langlebigkeit der Geräte deren Verschleiß geplant? Experten nennen dieses Phänomen „geplante Obsoleszenz“. Übersetzt bedeutet es geplante Veralterung, quasi „Defekt nach Plan“. Kaufen – wegschmeißen – kaufen, so funktioniert die Wegwerfgesellschaft. Dabei würde eine Investition von wenigen Euros oftmals ausreichen, um die Lebenszeit der Geräte deutlich zu verlängern. Reparatur lohnt sich nämlich manchmal doch.

Stab
Kamera: A. Hodam, D. Meinhardt
Schnitt: T. Hohensee
Redaktion: MDR LF Sachsen-Anhalt
Produzent: S. Hoge